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Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als
gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.
EPICONDYLITIS
Epicondylitis humeri, Epicondylalgie
Der Begriff
Als Epicondylus bezeichnet man den einem Gelenkknorren (Condylus) aufsitzende Knochenvorsprung für Muskelursprünge oder -ansätze. Die Endung -itis steht für eine Entzündung. Für Schmerzen im Bereich eines Epicondylus wird auch der Ausdruck Epicodylalgie verwendet. Bei der Epicondylitis humeri (Humerus = Oberarmknochen) liegt ein umschriebenes Schmerzsynd rom im El lenbogenbereich vor, i.d.R. entzündlich verursacht. Aber auch bei degenerativen Schmerzursache wird dieser Ausdruck verwendet, was ja genau genommen nicht stimmt. Dabei kommt es jeweils im Ansatzbereich der Muskulatur zur Bildung von entzündlichem Narben- und Granulationsgewebe.
Eine Epicondylitis kann theoretisch jeden Epicondylus im Köper betreffen, in der ärztlichen Praxis ist sie aber fast nur am Ellen bogengelen k zu sehen (Epicondylitis humeri).
Am El lenbogen setzen verschiedene Mus keln des Armes mittels einer Sehne an. An der Außenseite (Radialseite) befindet sich die Streckermuskulatur und an der Innenseite (Ulnarseite) der größte Teil der Beugemuskulatur. Werden diese Muskelgruppen überansprucht, kann es zu einer Epicondylitis kommen. Ist die Außenseite des Ellenbogens betroffen, so liegt eine Epicondylitis humeri rad ialis (lateral is) vor, ist die Innenseite betroffen, spricht man von einer Epicondylitis humeri ulnaris (med ialis).
Epicondylitis
rad ialis
humeri
(Epicondylitis lateral
is
humeri):
Bei
dieser relativ häufigen Erkrankung klagen die Patienten über Schmerzen im
Bereich des Epicondylus rad
ialis
humeri
(= über dem
Ellenb
ogen außen),
die sich bei Faustschluß und kräftiger Dorsalextension
(= Beugung in Richtung
Ha
ndrücken)
im
Handgelen
k verstärken. Nicht selten strahlen die
Ellen
bogenschmerzen in Unter-
und/oder Oberar
m aus, so daß dann der ganze
Ar
m schmerzt. Regelmäßig besteht
ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen äußeren Unterarmes.
Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze
am Epicondylus lateral
is
humeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine
mechanische Auslösung, so zum Beispiel beim Tennisspielen (deshalb oftmals auch
die Bezeichnungen
Tennisarm oder
Tenn
isellenbogen).
Epicondylitis
ulnaris humeri
(Epicondylitis med
ialis
humeri):
Bei dieser Erkrankung ist der
Epicondylus med
ialis
humeri
(= Knochenvorsprung, an dem
Seh
nen ansetzen, an
der Innenseite des Ellenbogens) betroffen.
Die Patienten klagen über
Ellen
bogenschmerzen an der Innenseite, die sich bei Faustschluß und Beugung
(besonders
gegen Widerstand)
im
Handgelen
k verstärken. Nicht selten strahlen die Schmerzen in Unter-
und/oder Oberar
m aus, so daß dann der ganze
Ar
m schmerzt. Regelmäßig besteht
ein deutlicher Druckschmerz im Bereich des ellenbogennahen inneren Unterarmes.
Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze
am Epicondylus med ialis
humeri ist nicht geklärt; vieles spricht für eine
mechanische Auslösung, so z.B. durch golfen (deshalb auch die Bezeichnungen
Golferarm
oder
Golferellenbogen).
Die Epicondylitis ist im akuten Stadium schmerzhaft und vor allem lästig, jedoch an sich eine harmlose Erkrankung. Bei entsprechender körperlichen Schonung und örtlichen entzündungshemmenden Maßnahmen (z.B. Kältepackung, Salbenverbände) klingen die Beschwerden bald wieder ab. Halten die Schmerzen aber länger als drei Monate an, so ist daraus eine chronische Epicondylitis geworden.
Schmerztherapeutisch
kann bei einer
Epicondylitis
ein Versuch mit Infiltrationen
mit einem örtlichen Betäubungsmittel
(z.B. Bupivacain), auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß
allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knoc henhaut unbedingt
vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen
ausgelöst werden können.
Nicht selten hilft bei einer
Epicondylitis
nur eine längerfristige, kontinuierliche
Plexus brachialis-Blockade mit Katheter. Dabei
wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in
die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben
noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche
Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der
Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos
nachgespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so
dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der
Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit
hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser
Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine
sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die den entzündlichenoder degenerativen Prozessen, die einer
Epicondylitis
zugrunde liegen, nachhaltig entgegenwirkt.
Daß Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Nach einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) scheint eine Behandlung mit Botulinustoxin (= ein Nahrungsmittelgift) bei Epicondylitis erfolgversprechend zu sein. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der im Schmerzbereich krankhaft übererregten Mus keln.
Physikalische Therapie bei
Epicondylitis:
Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil,
daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden
werden paarig über dem Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der
Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert
werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist bei
Epicondylitis
die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen
elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C
abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einer
Epicondylitis
empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser
wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Ar mschmerzen lindern.
Die Verordnung von gewöhlichen Massagen ist auch bei
Epicondylitis
nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Wichtig hingegen ist bei
Epicondylitis
eine gelenkfunktionserhaltende heilgymnastische Therapie.
Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann schmerzlindernd sein (Thomalske
1991), ebenso eine Magnetfeldtherapie.
Manchmal ist auch bei der Epicondylitis
eine deutliche Besserung durch die
Iontophorese (= Einbringung
eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) (z.B.
mit Diclofenac)
zu erzielen.
Andere Therapiemaßnahmen bei
Epicondylitis:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur
nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide (= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson,
ebenso ein Schmerzbewältigungstraining
sind auch bei einer länger anhaltenden
Epicondylitis
eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.
Laut Bundesregierung (http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundhe itssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st) haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.
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